Institutionelles Schutzkonzept

Der Weg zum Institutionellen Schutzkonzept – 24.01.2019

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat im Bistum Münster oberste Priorität. Auch die Pfarrei St. Magnus/St. Agatha in Everswinkel und Alverskirchen hat sich dieses Thema auf die Fahnen geschrieben. In den kommenden Monaten wollen die Verantwortlichen ein Institutionelles Schutzkonzept (ISK) erstellen. Dazu hat das Bistum Münster alle Pfarreien und Einrichtungen verpflichtet. Das ISK soll Maßnahmen festlegen, die das Risiko grenzverletzenden Verhaltens und sexualisierter Gewalt vor Ort senken.

Der Startschuss für den Prozess in der Pfarrei St. Magnus/St. Agatha fiel mit einem Studientag, bei dem Doris Eberhardt einen ersten Einblick in Struktur und Inhalte gab. Die regionale Präventionsfachkraft berät und begleitet die Pfarreien unter anderem im Kreisdekanat Warendorf. „Ziel ist es, mit den Menschen in den Pfarreien ein praxisorientiertes, niedrigschwelliges und alltagstaugliches Konzept zu entwickeln“, erklärte sie.

Wie sollen wir starten? Wie können wir Vorhandenes nutzen, Schwachstellen verbessern und praxisorientiert vorgehen? Diese und ähnliche Fragen beschäftigten viele Haupt- und Ehrenamtliche zu Beginn des Prozesses, wusste Eberhardt. „Dabei ist der Weg das Ziel“, betonte sie, denn Unsicherheiten im Umgang mit grenzverletzendem Verhalten und sexualisierter Gewalt kennen viele Menschen aus ihrem Alltag. Damit das ISK kein theoretisches Papier werde, müssten die Menschen aus der Pfarrei einbezogen werden. „Nur so können wir beim Thema Prävention miteinander sprach- und handlungsfähig werden und das Konzept auch im Alltag umsetzen.“

Interessierte Personen aus der Pfarrei einzubinden, das ist die Aufgabe von Pastoralreferent Alexander Scherner. Er betreut den Prozess als Projektleitung seitens der Pfarrei und sucht Menschen, die sich der Projektgruppe anschließen möchten. „Das ISK soll von Anfang an einen praktischen Bezug haben“, erklärt er: „Die Mitglieder der Projektgruppe sollen aus möglichst vielen Bereichen des Gemeindelebens kommen.“ Für den Seelsorger liegt die Notwendigkeit des Themas auf der Hand: „Es geht um den Schutz von Kindern und Jugendlichen.“ Mit dem ISK solle das Risiko minimiert werden, in der Pfarrei zum Opfer sexualisierter Gewalt zu werden. Gleichzeitig solle die Chance erhöht werden, im Falle eines Missbrauchs qualifizierte Hilfe zu erhalten.

Doris Eberhardt, die viele Pfarreien begleitet, kennt die nächsten Schritte: So müsse eine Projektgruppe mit Vertretern aus Kitas, Ferienlagern, Kinderchören oder Jugendgruppen klären, in welchen Bereichen das ISK im Alltag greifen soll. „Wichtig ist es, die Bedarfe für Kinder, Jugendliche, Haupt- und Ehrenamtliche zu erkennen und hilfreiche Wege und Absprachen im Umgang mit grenzverletzendem Verhalten und sexualisierter Gewalt zu erarbeiten.“

Bildunterschrift:

Bei einem Studientag gab Präventionsfachkraft Doris Eberhardt (2. von rechts) dem Seelsorgeteam mit (von links) Alexander Scherner, Nicole Menzel, Heinrich Hagedorn, Hubert Wernsmann, Thomas D. Sahayaraj, Andrea Hinse und Berni Butt einen Einblick in Struktur und Inhalt des ISK.

Foto: Pfarrei

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