Zum vereinbarten Zeitpunkt klingelt der Pfarrer an der Haustür der Familie Müller. Der Schwiegersohn öffnet und führt den Besucher in die kleine Dachgeschosswohnung. Dort warten auf ihn schon Eberhard und Hildegard. Frau Müller sitzt in einem gemütlichen Sessel und begrüßt den Ankömmling im Sitzen, denn aufstehen kann die über 80jährige nur noch mit großer Mühe. Ihr Ehemann steht neben dem Wohnzimmertisch und sieht seine Frau liebevoll an. Auf dem Tisch brennen zwei kleine Kerzen, dazwischen steht eine Vase mit frischen Blumen. Der Pfarrer legt sich eine Stola um und öffnet ein kleines vergoldetes Gefäß, die Pyxis. Hierin hat er zwei Hostien aus der Kirche mitgebracht, die er in einer kleinen Zeremonie in die jeweils offene Hand der Eheleute legt. Gemeinsam wird noch ein Gebet gesprochen. Dann ist der religiöse Teil des Besuches mit der Hauskommunion beendet. Der Priester legt seine Stola ab, faltet sie und verstaut Stola und Pyxis in seiner Tasche.

Nun nehmen Eberhard und der Pfarrer im Sofa Platz. Kaffee und Wasser werden angeboten und eine lockere Unterhaltung über das, was es Neues zu erzählen gibt, beginnt.
So wie diesen Eheleuten geht es immer mehr Menschen unter uns. Ihre Mobilität ist auf Grund des Alters oder einer körperlichen Beeinträchtigung stark eingeschränkt. Für das, was sie noch vor wenigen Jahren selbstständig erledigt haben, sind sie nun auf Unterstützung angewiesen. Familienangehörige oder Bekannte springen hier oft unterstützend in die Bresche. Für die medizinische Versorgung stehen Pflegedienste bereit und kommen, je nach Grad der Beeinträchtigung, regelmäßig in die Wohnung dieser Menschen.
Neben dem nachlassenden körperlichen Wohlbefinden entsteht im Alter aber auch zunehmend eine seelische Vereinsamung. Zeitlebens haben viele älteren Mitbürger und Mitbürgerinnen ein aktives religiöses Leben geführt. Dieses droht im Alter oft zu verkümmern, da sie am aktiven Gemeindeleben nicht mehr teilhaben können und auch den gewohnten Gang zum Sonntagsgottesdienst nicht mehr zurücklegen können. Die Medien bieten Gottesdienste sowohl der katholischen als auch der evangelischen Kirche an, die von vielen Christen in vergleichbaren Situationen verfolgt werden. Die aktive Teilhabe bleibt aber dabei versagt.
Die katholische Pfarrgemeinde St. Magnus / St. Agatha macht auf dem Hintergrund dieser Situation aber auch gerade im Angesicht des bevorstehenden Osterfestes, dem höchsten kirchlichen Fest, auf das Angebot aufmerksam, dass sie unter dem Slogan „Kirche kommt nach Hause“ bereitstellt. Der Pfarrer oder eine von der Kirche beauftragte Person kommt zu den Menschen in ihre Wohnung und spendet bei dem Besuch im Rahmen einer kurzen Feier die Kommunion. Der Termin Vereinbarung möglich durch die Pfarrbüro Alverskirchen (02582 280) und Everswinkel (02582 273):
Auf der Homepage der Pfarrgemeinde und in einem Flyer, der in beiden Kirchen ausliegt, wird das Angebot der christlichen Fürsorge und seelischen Begleitung erläutert. Dort heißt es: „Man kann es übrigens auch einfach einmal ausprobieren“.





