„Gemeinsam leben – Gemeinsam feiern“: Das Motto des diesjährigen Pfarrfestes von St. Magnus spiegelte sich bereits in den umfangreichen Planungen seit Jahresbeginn wider. Da große Ereignisse bekanntlich ihre Schatten vorauswerfen, wurden vom Festausschuss, dem Barthold Deiters, Agnes Franke, Bernd Henrichs, Monika Jestädt, Bernhard Lauhoff, Angelika Philips, Petra Preuschhoff, Werner Reinermann und Anneliese Rielmann angehörten, in Kooperationen mit allen Vereinen und Verbänden die Aktivitäten und Angebote gründlich überlegt und möglichst genau geplant.
Nach dem gelungenen Aufbau am 20. September, bei dem viele fleißige Helfer unermüdlich mitwirkten, konnte das Pfarrfest am Sonntag bei zunächst etwas unbeständigem Wetter um 11 Uhr mit einem Familiengottesdienst im Pfarrheimgarten unter freiem Himmel starten. Die musikalische Begleitung hatte der Chor „Harmonie“ unter der Leitung von Thomas Kraß übernommen. Pfarrer Pawel Czarnecki und Pfarrer Thomas feierten die Liturgie mit Jung und Alt und luden alle Gottesdienstbesucherinnen und -besucher ein, die persönlichen Vorstellungen von Gemeinschaft einmal auf bereitgestellten Zetteln zu notieren. Dabei hatten einige Kinder kleine anschauliche Bilder von der Sonne oder der Familie gemalt, um ihre Gedanken auszudrücken. Viele der Notizen der Mitfeierenden wurden später in der Messe verlesen. So entstand ein facettenreiches Bild von erlebter Gemeinschaft, nicht nur in der Kirchengemeinde, in die alle Mitglieder ihre Talente und Fähigkeiten einbringen können. Wenn jeder seine Stärken und einzigartigen Fähigkeiten einsetzt, entsteht mehr als die Summe einzelner Beiträge, wie Pfarrer Czarnecki in seiner Predigt hervorhob.
Nach der Eucharistiefeier hatte Petrus ein Einsehen, die Sonne kam hervor, sodass das Motto „Gemeinsam leben – Gemeinsam feiern“ bei gutem Wetter erfahrbar wurde. Nach der Begrüßung der Gäste sowie aller Aktiven durch Agnes Franke als Vorsitzende des Pfarreirates gehörte die Bühne der Kita St. Magnus. Mit ihrer eindrucksvollen Aufführung der Geschichte vom kleinen „Wir“ zeigten die Maxi-Kinder, dass eine Gemeinschaft weit mehr erreichen kann als der Einzelne für sich. Für die gelungene musikalische Unterhaltung sorgten anschließend die „All-Stars“ vom Haus St. Vitus, die mit fetzigen Stücken das Publikum begeisterten.
Schnell breiteten sich im und außerhalb des Pfarrheims verführerische Düfte aus. Denn ein Pfarrfest ohne kulinarische Köstlichkeiten ist einfach undenkbar. Daher war natürlich für das leibliches Wohl in vielfältiger Weise bestens gesorgt. So gab es am Reibekuchenstand der Männergemeinschaft herzhafte Reibeplätzchen. Am Vortag hatten Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses St. Vitus mit weiteren Helferinnen und Helfern des Pfarreirates und Festausschusses bereits die Kartoffeln dafür geschält – gelebte Gemeinschaft, wie es das Motto versprach.
Wer danach noch Appetit auf einen süßen Nachtisch verspürte, konnte sich an leckeren Dessertvariationen im Glas, vorbereitet von den Landfrauen, sowie an frischen Waffeln und Crêpes der Landjugend laben. Natürlich durfte am Nachmittag der Kuchenstand der Frauengemeinschaft nicht fehlen. Viele häusliche Bäckerinnen und Bäcker hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, verschiedenartigste leckere Torten und Kuchen zubereitet und mit viel Liebe verziert, sodass alle LiebhaberInnen von Kaffee und Kuchen auf ihre Kosten kamen. So konnte in gemütlicher Runde geplaudert werden. Darüber hinaus gab zum Durstlöschen einen einladenden Getränkestand, der vom Löschzug Everswinkel, der Feuerwehr und dem Männergesangverein als Gemeinschaftsprojekt betreut wurde, sowie einen Weinstand, um den sich der Chor „Harmonie“ kümmerte.
Am Nachmittag hieß es dann erneut „Bühne frei“ für Klein und Groß, um die Gemeinschaft zwischen den Generationen zu zeigen. Den Anfang machten die Kinder der Grundschule am Kehlbach, bevor der Chor „Harmonie“ mit seinem gekonnt vorgetragenen Repertoire für beste Unterhaltung sorgte. Da durfte natürlich die junge Tanzgruppe des HdG nicht fehlen, die mit ihrer lebhaften Aufführung zum Lied „Nimm die Beine in die Hand“ Jung und Alt im Publikum begeisterte. Einen weiteren Ohrenschmaus bot in bewährter Manier das BOE unter Leitung von Marius Gausebeck, das mit bekannten Melodien zur Unterhaltung und guten Stimmung zur Kaffeezeit beitrug. Nicht zuletzt zu verdanken war dies dem guten Management der Technik unter der kompetenten Leitung von Connor Fortriede und Lasse Eikel, die für einen reibungslosen Ablauf aller Aufführungen sorgten.
Während des ganzen Tages wurden neben dem Bühnenprogramm für jedes Alter zahlreiche Angebote und Aktionen an den vielen Ständen rund um das Pfarrheim angeboten. Für Kinder und Jugendliche boten sportliche Angebote wie das Torwandschießen des SCDJK sowie die große Schaukel des Bürgerschützen- und Heimatvereins willkommene Abwechslung. Darüber hinaus konnten sich die jüngeren Besucher neben der Knaxburg und dem Kinderkarussell der Kolpingfamilie auch an der Spritzwand der Jugendfeuerwehr oder beim Stockbrotbacken unter Leitung von Soren Zeine vergnügen. Auf großes Interesse stieß zudem das vom Vitus-Kindergarten vorbereitete Bobbycar-Rennen sowie der von der Messdienergemeinschaft geleitete Spielparcours. Viel Anklang fanden darüber hinaus der Mannschaftstransportwagen und der Rettungswagen des DRK, in denen man vieles rund um die Behandlung und den Transport von Verletzten erfahren konnte.
Den ganzen Tag über wurden vom Kirchenvorstand Lose der Tombola verkauft, wobei den Gewinnern attraktive Preise winkten. Außerdem lud die Bücherei im Pfarrheim mit ihren ausgemusterten „Schätzchen“ zum Schmökern und Kaufen ein.
Um das Miteinander ging es auch am Stand des Sachausschusses „Mission, Entwicklung und Frieden“ des Pfarreirates, vorgestellt von Pfarrer Thomas. Dieser hatte von seinem letzten Urlaub in Indien viele schöne farbenfrohe Bänder mitgebracht. So konnten daraus Armbänder-, Schlüsselanhänger o. ä. geknüpft werden. Die Kirchengemeinde St. Magnus/St. Agatha unterstützt seit Jahren verschiedene Projekte in seinem Heimatbistum in Kerala in Indien. Benachbart bot der Eine-Welt-Laden von Marlies Hoffman Fair-Trade-Artikel zum Verkauf an und die Kinder konnten am dortigen Glücksrad kleine Gewinne erzielen. Ebenfalls auf das Motto des Pfarrfestes „Gemeinsam leben“ war der Infostand des Caritas-Ausschusses bezogen. Außerdem gab es an einem weiteren Stand im Pfarrgarten, wo Pastoralreferentin Andrea Hinse für nähere Auskünfte zur Erstkommunion in der Gemeinde zur Verfügung stand.
Etwas abseits des geschäftigen Treibens fanden regelmäßig Kutschfahrten rund um das historische Viereck statt, mit dem erfahrenen Kutscher Norbert Hummert auf dem Bock. Wer sich zudem einmal intensiv mit der St. Magnus-Kirche und ihrer jahrhundertelangen Geschichte beschäftigen wollte, kam ebenfalls auf seine Kosten. Werner Schniedermann lud alle Interessierten ein, mit ihm in die Vergangenheit des Kirchenbaus und seiner Kunstwerke einzutauchen, den romanischen Turm zu besteigen und die historische Fleiter-Orgel kennenzulernen. Dazu gab es sogar eigene kurze akustische Improvisationen.
Gegen 18 Uhr ging schließlich ein rundum gelungenes Gemeindefest zu Ende, das für viele Menschen Gemeinschaft wieder spürbar und erlebbar gemacht hatte. Nach Abschluss des Festes waren wieder zahlreiche helfende Hände zur Stelle. Gemeinsam wurden die Stände zusammengeräumt, die Zelte und Pavillons abgebaut. Ohne die tatkräftige Unterstützung der zahlreichen Helferinnen und Helfer wäre dieses schöne Fest nicht möglich gewesen. Ihnen allen, die durch Auf- und Abbauhilfe, durch aktive Mithilfe an den Ständen und auf der Bühne oder einfach nur durch das Mitfeiern zum Gelingen beigetragen haben, gilt ein ganz herzliches Dankeschön. Sie alle haben es möglich gemacht, dass das Pfarrfest eine gelungene Feier für viele Menschen war, bei der eine lebendige christliche Gemeinschaft unter dem Thema „Gemeinsam leben – Gemeinsam feiern “ erlebbar und erfahrbar wurde.
Der Erlös des Pfarrfestes mit der großen Summe von 3751,25 € wird wie schon in der Vergangenheit zwei Projekten zugutekommen: In diesem Jahr ist dies zu zwei Dritteln die Kindertagesstätte St. Vitus, die größere Anschaffungen tätigen möchte, um der Bewegungs- und Spielfreude der Kinder mehr Möglichkeiten zu bieten. Darüber hinaus erhält Pfarrer Thomas ein Drittel des Erlöses für ein Projekt in seinem Heimatbistum in Kerala in Indien. In seinem Heimatdorf Purathakudi gibt es mit der St. Xavier Higher Secondary School ist eine kirchliche Schule, die Klassen von 1 bis 12 anbietet und rund 600 Kinder unterrichtet, davon 350 Mädchen, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Dort erhalten die Schülerinnen und Schüler eine hervorragende Ausbildung, um den Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu gehen. Bei seinen Heimaturlauben hat sich Pastor Thomas persönlich davon überzeugt, dass die Gelder direkt vor Ort ankommen.
(Annette Unterbusch)






